Ein Blick in die Großbaustelle der Schillerschule

Wie weit die Generalsanierung des Schulhauses auf dem Galgenberg gediehen ist. Wann die 450 Schülerinnen und Schüler wieder zurückziehen können.

Mit Beginn des neuen Schuljahres ist Halbzeit auf der großen Baustelle am Galgenberg. „Eigentlich sind wir so langsam Richtung Endspurt unterwegs“, meint Schulbürgermeister Karl-Heinz Ehrmann bei einem Baustellenrundgang mit der SchwäPo. Wenn davon auch für Außenstehende noch nicht so viel zu sehen ist: Das Datum für den Wiedereinzug in die Schillerschule steht. „Angedacht ist, dass Klasse für Klasse nach den Sommerferien 2020 nach und nach ins dann grundsanierte Schulgebäude zurückziehen kann“, sagt Seval Dal von der städtischen Gebäudewirtschaft.

Im Herbst vergangenen Jahres wurden die rund 450 Schülerinnen und Schüler wegen der Generalsanierung des knapp 60 Jahre alten Schulgebäudes „evakuiert“ – der Großteil ist seither in 20 Klassenzimmern in einem provisorischen Containerbau auf dem Schulhof untergebracht. Andere werden im EAZ und im Werkstattgebäude unterrichtet.

„Am Ende werden wir 6,1 Millionen Euro verbaut haben“, sagt Ehrmann; inklusive 54 000 Euro für die Ertüchtigung der Dachkonstruktion für den späteren Bau einer Fotovoltaikanlage.

Ein entsprechender Antrag ist am Donnerstag dem Gemeinderatsausschuss vorgelegt worden. Hintergrund: Die politischen Gremien und die OstalbBürgerEnergie hatten gemeinsam mit den Stadtwerken gefordert, die bautechnischen Voraussetzungen für eine Fotovoltaikanlage auf der Schillerschule zu prüfen. „Belegt man den Großteil der südlichen Dachfläche, ist eine PV-Anlage mit einer Leistung von 95 kWp möglich. Das ist beinahe das Zehnfache dessen, was an einem Einfamilienhaus möglich ist“, betont Ehrmann. Die Idee: Während der Schulzeit soll der Großteil des Stroms weitgehend selbst produziert werden. Heißt: In den Ferien wird die Energie ins allgemeine Netz eingespeist. Ehrmann: „Jetzt geht es erst einmal um die Stabilisierung der Dachkonstruktion – die Anlage wird im nächsten Jahr aufs Dach gesetzt.“

Durch die Schulhaus-Baustelle führen Architekt Manfred Gruber, Bauleiter Erhard Kuhn und Rektor Karl Frank. Deutlich erkennbar wird: Die Generalsanierung geht an die Substanz, der Aufwand, den Umbau auf Digitalisierung und die Anforderungen einer Gemeinschaftsschule auszurichten, ist riesengroß. Weil alle Leitungen altersbedingt ausgetauscht werden mussten, wurden alle Decken abgehängt.

„Nach den Sommerferien 2020 können die Schüler wieder in die Schillerschule zurückziehen.“

Seval Dal
Bauleiterin Gebäudewirtschaft

Auch Zwischenwände sind gefallen – im Hinblick auf die neue Raumordnung. „Wir haben alle Raumreserven aufgedeckt“, erläutert der Architekt. Dazu zählen etwa die Lernnischen in den breiten Fluren: Wandteile der Klassen wurden gegen jeweils zurückversetzte Trockenwände ausgetauscht. Das gibt Platz für spätere Lerninseln, die mit Sitzbänken und Tischen bestückt werden. „Am Ende haben wir hier überall digitale Klassenzimmer mit interaktiven Whiteboards“ sagt Seval Dal. Damit sei die Schillerschule die erste Schule im Aalener Stadtgebiet, die die digitale Ausstattung als Komplettpaket erhält.

In den Obergeschossen beginnt der Trockenausbau. „Die Fertigstellung der Oberflächen, die Schreinerarbeiten und die sanitären Installationsarbeiten werden Anfang 2020 starten“, meint der Architekt.

Manfred Gruber hat auch schon eine Idee fürs Foyer: „Auf den Windfang kann man verzichten. Und so wird die Aula hier – ausgestattet mit einer Bühne – eine tolle Sache werden.“
© Schwäbische Post 12.09.2019 11:40

Manfred Gruber hat auch schon eine Idee fürs Foyer: „Auf den Windfang kann man verzichten. Und so wird die Aula hier – ausgestattet mit einer Bühne – eine tolle Sache werden.“


© Schwäbische Post 12.09.2019 11:40