Ein Blick in den Lerncontainer

Bildung Die Schülerinnen und Schüler der Schillerschule sind für eineinhalb Jahre in Ersatzräumen auf dem Campus untergebracht. Ein Blick ins Innere.

Von Marcia Rottler

Etwas kahl sind die Wände in Karl Franks neuem Büro noch. Die Kunstwerke stehen bereits in einer Ecke des Rektorats. „Zum Aufhängen hatte ich noch keine Zeit“, sagt der Schulleiter der Aalener Schillerschule und lacht. Ein standesgemäßes Büro hat Karl Frank nicht. Denn der Rektor ist – samt Lehrerkollegium und 400 Schülern – vor etwa zwei Monaten in Container auf den Campus der Schillerschule umgezogen.

Während die Kinder in den Räumen auf dem Pausenhof büffeln, wird die Schillerschule saniert. „Unsere Übergangslösung sollte beispielhaft für die anstehenden Sanierungen weiterer Schulen in Aalen sein“, sagt Karl Frank. Stolz geht er durch die Gänge der Übergangsschule. „Der Unterrichtsbetrieb geht wie gewohnt weiter und wir werden nicht von dem Baulärm gestört.“

Eineinhalb Jahre soll der etwa 5,85 Millionen Euro teure Umbau des Gebäudes von 1954 dauern. Die Stadt Aalen investiert unter anderem in den Brandschutz, in eine moderne Ausstattung, in ein neues Raumprogramm. 15 Klassen sind derzeit in den etwa 120 Containern untergebracht. 665 000 Euro kostet die Ersatzraumlösung laut Stadt.

„Also ich finde es wunderschön hier“, sagt der Schulleiter und zeigt einen Lernraum, ausgestattet mit Sofa, Bücherecke und Tischgruppe. Dass sich der Raum in einem Container befindet, fällt kaum auf.

Karl Frank öffnet das Klassenzimmer der 4b. Die Schülerinnen und Schüler haben gerade Mathe bei Uta Mairle-Ungar. An den Wänden des Klassenzimmers hängen Gemälde aus dem Kunstunterricht. „Die haben wir extra für das Klassenzimmer gemacht“, sagt Max.

"Beispielhaft für weitere Schulsanierungen."
Karl Frank, Rektor der Aalener Schillerschule

Und wie gefällt’s den Viertklässlern in den Räumen? „Am Anfang war es komisch, weil ich mich nicht auskannte“, gibt Dario zu. „Aber jetzt fühle ich mich hier wohl“, meint er. Die Decken der neuen Klassenzimmer sind etwas niedriger als im Hauptgebäude nebenan. Stört’s? „Ne. Dann fühle ich mich schon größer“, sagt Simon stolz.

Etwas leiser müssen die Kinder in den Räumen sein, da jene hellhörig sind. „Das ist aber nicht schlimm. So lernen die Schülerinnen und Schüler, Rücksicht aufeinander zu nehmen“, sagt Uta Mairle-Ungar. „Ich fühle mich hier wohl, weil es gemütlich und heimelig ist“, erklärt sie.

© Schwäbische Post 20.02.2019 18:11